Züchternachlese Burghley Horse Trials 2025

Warum Züchternachlese? Anders als bei den Spring- und Dressurpferden züchten nur wenige deutsche Züchter mit der Absicht, ein Vielseitigkeitspferd zu züchten. Die Vielseitigkeitspferde, die sich in den unteren Turnierklassen tummeln, werden meist aus dem Springpferdelager rekrutiert. Man könnte nicht ganz unberechtigter Weise auch den Eindruck bekommen, dass mittelmäßige Springpferde auch gerne als Vielseitigkeitspferde vermarktet werden. Diesen Pferden fehlt für CCI5*-Prüfungen meist der notwendige “Saft”. In Großbritannien und Irland ist das anders. Hier wird in erheblichem Maße auf das Ziel “Event Horse” hingezüchtet. Ohne die deutschen Linien kommen aber auch hier die wenigsten Züchter aus. Umso interessanter ist es, die Pedigrees der Pferde, die den schwierigen Anforderungen einer CCI5*-Prüfung gewachsen sind, einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Am interessantesten dabei vielleicht die Beobachtungen über das Starterfeld allgemein und die Trends in der Vielseitigkeitspferdezucht. Für Interessierte habe ich unten diverse der interessanten Einzelpedigrees nochmals aufgelistet.

Die wesentlichen Erkenntnisse, die sich so auch auf Badminton und die meisten anderen CCI5*-Prüfungen übertragen lassen:

  1. Ohne Springgenetik und Vollblüter geht nichts: Holsteiner Springgenetik in direkter Kombination mit Vollblut hat sich schon seit einiger Zeit als Erfolgsrezept herauskristallisiert. Diese Kombination findet sich auch hier deutlich überdurchschnittlich oft. Wenn es kein Holsteiner Springblut ist, kommt das Springblut aus anderen deutschen Springpferdelinien oder aus KWPN/Belgischen/Französischen Stämmen mit Blutanschluss. Deutlich abgesicherte, konsolidierte Springgenetik stellt sicher, dass ausreichend Vermögen vorhanden ist, während die notwendige Athletik und Stamina über den Vollblüter zugeführt wird. Der Streufaktor der Outcross-Anpaarung lässt sich auf diese Weise kontrollieren.
  2. Anders als in den nationalen Vielseitigkeiten, in denen die deutschen und holländischen Verbände überwiegend vertreten sind, dominieren hier SHBGB (Sport Horse Breeding of Great Britain), AES (Anglo-European Studbook) und ISH (Irish Sporthorse). Es findet sich überwiegend deutsche Springgenetik, angepaart mit englischen und irischen Blutpferden, die dort gezüchtet und dann in diesen Verbänden eingetragen werden.
  3. Burghley ist hügelig, es geht kräftig bergauf und bergab. Deutlich im Vorteil waren dann wenig überraschend wieder die hochblütigen Pferde mit nah verwandten Vollblutvorfahren.
  4. Die bewährten CCI5*-Pferde, die also schon seit Jahren auf diesem Level des Sports erfolgreich sind, lassen auch am Exterieur erkennen, warum sie “haltbar” sind: Hochblütige Pferde können und sollen stabil und mit gutem Fundament ausgestattet sein. Die Exterieurlehre wird hier in der Praxis bestätigt.
  5. Das Dressurergebnis ist in der internationalen Vielseitigkeit wichtig, relativiert sich aber gerade im 5-Sterne-Bereich wegen der Schwierigkeit der Geländestrecke deutlich. Ganz deutlich erkennbar aber: Eine schlechte Dressur ist nur schwer wieder aufzuholen. Markenzeichen der Top 5*-Pferde ist daher auch ein Nervenkostüm, das in der Dressur die nötige Ruhe für eine saubere Ausführung der Lektionen ermöglicht.
  6. Bewährte Halbblüter wie der legendäre Jaguar Mail (der streng genommen sogar ein Dreiviertelblüter ist) sind nicht ohne Grund nach wie vor mit ihren letzten Nachkommen vertreten. Es gibt nur wenige potentielle Nachfolger, die ihm in Blut und Eigenleistung nahe kommen, sodass Züchter und Reiter nach wie vor lieber nach altbewährtem (Voll-)Blut schauen. Vermögen kommt nicht aus der Mode, und Leistung auch nicht und deshalb sollte Vollblut ebenfalls nicht aus der Mode kommen. Für die Zukunft sollten sich auch die deutschen Züchter überlegen, wieder mehr Halbblüter zu züchten. Diese Pferde werden nicht nur gebraucht, um Top-Vielseitigkeitspferde zu züchten (oder zu reiten), sondern auch, um reaktionsschnelle, harte Springpferde zu züchten.
  7. Vor einigen Jahren nahm ich in Badminton an einem Course Walk mit Lucinda Green teil. Sie beklagte damals den Verlust des Blutpferdes und den Einsatz von Dressurpferden in der Top-Vielseitigkeit. Tatsächlich waren in jenem Jahr auch ein paar auffällig dressurlastige Pedigrees am Start. Erstaunlich doch, dass diese inzwischen überwiegend wieder von der Bildfläche verschwunden sind. Fehlt es an Härte und Gesundheit, selbst wenn Vermögen vorhanden ist? Stamina/Blut? Man weiß es nicht. Fest steht aber, dass die Sorge, das Blutpferd könne aus der Mode kommen, jedenfalls für das Terrain in Burghley eher unbegründet ist. Gerade für Burghley gilt “the more blood, the better”. Laura Collett, die mit der Halbblutstute “Bling” zum ersten Mal seit 15 Jahren in Burghley am Start war, bemerkte so auch gegenüber Horse & Hound, dass Burghley ein besonderes Pferd brauche, und dass sie über die Jahre nicht das Gefühl hatte, ein “Burghley Horse” im Stall zu haben. Das betrifft z.B. auch den blutleereren Kollegen London 52, der als hochdekoriertes Championatspferd sonst wohl über viele Zweifel erhaben ist. Einer der Kommentatoren bemerkte auch dieses Jahr, dass man sich bei einem solchen Kurs vermutlich am wohlsten auf einem reinen Vollblüter fühlen würde. Davon gab es in diesem Jahr im ganzen Feld nur einen einzigen zu sehen: Das ehemalige Hindernisrennpferd Public Address unter Tom Strawson, der selbst früher als Point-to-Point Jockey unterwegs war, und Public Address einst für £2000 erworben hatte.

Im Einzelnen:

Ungeschlagen auch dieses Jahr der fantastische Lordships Graffalo v. Grafenstolz aus einer SHBGB (Sport Horse Breeding of Great Britain)-Stute namens Cornish Queen v. Rock King (Züchter: Lordships Stud). Sowohl Vater, als auch Mutter von Cornish Queen sind Halbblüter mit Vollblutvätern und Blutanschluss über die Mutterseite. Das macht einen rechnerischen Vollblutanteil von 59,38% (Über die Aussagekraft des rechnerischen Vollblutanteils – siehe hier). Lordships Graffalo, der den Geländekurs mit einer für ihn charakteristischen Leichtigkeit überwand, ist möglicherweise jetzt schon eine lebende Legende und ein Spezialist für die schwierigen britischen 5 Sterne-Vielseitigkeiten. Im Exterieur stabil und nicht zu feingliedrig. In der Dressur eine sichere Bank, mit unspektakulärer aber lockerer Bewegung und im Springen aufmerksam und trotz der Strapazen des Geländetags mit Vorsicht und Übersicht ausgestattet. Im Gelände intelligent, wie an der Schnur gezogen und mit voller Konzentration. So trug er auch in diesem Jahr seine Reiterin Ros Canter über den anstrengenden, hügeligen Kurs. Neben Lordships Graffalo gingen noch mehrere andere Grafenstolz-Nachkommen an den Start. Nicht zuletzt weil Lordships Graffalo sowie einige andere sehr gute Vielseitigkeitspferde Grafenstolz zum Vater haben, wird er in England gerne eingesetzt. Dass seine Nachkommen bekanntermaßen gerne auch manchmal einen schwierigen Charakter haben, merkt man Lordships Graffalo mit seinem vorbildlichen Benehmen zu jedem Zeitpunkt der Prüfung jedenfalls nicht an.

Vitali v. Contender – Heraldik xx – Landgraf I (Züchter: Günther Fielmann) unter Tim Price (NZ). Tim Price ist ein meisterlicher Geländereiter und Vitali ein hervorragendes Geländepferd. Der Kommentator ließ über den Lautsprecher verlauten, Vitali sei ein Holsteiner und „not bred to be fast“. Vitali führt allerdings immerhin über die Mutterseite das in der Vielseitigkeit so viel vertretene Blut des Heraldik xx. Über Cor de la Bryère und Ramiro Z kommt auch von Contenders Seite Blutanschluss dazu. Rechnerisch kommen dabei immerhin 56,05% Vollblutanteil zusammen. Dass er schnell sein kann, hat er in der Vergangenheit auch wiederholt bewiesen und Vitali macht nicht den Eindruck so manch anderer Warmblüter, denen im 5*-Bereich gegen Ende des Kurses doch die Puste ausgeht. Schwachpunkt auch in diesem Jahr leider das abschließende Springen. Trotz harter Arbeit scheint Tim Price sich an dieser Phase bei Vitali die Zähne auszubeißen. Die Stangen wollen einfach nicht liegenbleiben. Die Holsteiner Springgene hätten sich hier sicher etwas deutlicher durchsetzen dürfen.

Autograf (SHBGB) v. Grafenstolz – Condios – Duca di Busted xx unter Simon Grieve (GB). Wieder ein Grafenstolz-Nachkomme, wieder Holsteiner Springblut, diesmal mütterlicherseits über die ISH-Mutter, deren Mutter eine Halbblutstute war. Ein tolles Pferd, das am Wasserkomplex für Zuschauer gut sichtbar mitdachte und die schwierige Aufgabe aus dem Wasser bergauf über mehrere schmale Bürstensprünge nahezu spielerisch absolvierte. Dieses Pferd suchte förmlich nach den nächsten Fähnchen. Gut auch im obigen Foto zu erkennen, wie das Pferd bereits zum nächsten Sprung nach links schaut. So wünscht man sich ein Geländepferd. 50,20% Vollblutanteil auf dem Papier.

Eines meiner persönlichen Lieblingspferde im 5*-Sport: Topspin v. Zento – El Conquistador XX – Pongee xx (Züchter: W D Casburn) unter Alice Casburn (GB). Ein Halbblüter wie er im Buche steht. Ein stabiles Fundament, Qualität und eine Einstellung, mit der er die schwersten Geländekurse der Welt einfach aussehen lässt. Über Zento vereint er das Springblut des Quidam de Revel mit Holsteiner Genen des Caletto II und ist auch im Abschlussspringen in der Regel keine Enttäuschung – so auch in diesem Jahr mit nur 4 Strafpunkten. Bei Abschluss des Geländekurses mag man meinen, Topspin sei gerade erst gestartet, so frisch und munter galoppiert er über die Ziellinie. 

Colorado Blue (SHBGB) v. Jaguar Mail – Rock King – Shaab xx unter Austin O’Connor (IRE) hört auf den Stallnamen „Salty“. Ein Paar, das mit Konstanz seit vielen Jahren im 5*-Bereich unterwegs ist. Colorado Blue hat rechnerisch 84,18% Vollblutanteil, führt über Jaguar Mail die berühmten Sportpferdemacher Hand in Glove xx und Laudanum xx, sowie Almé Z und Gotthard im Pedigree. Die Großeltern mütterlicherseits sind beide Halbblüter. Der Vollbluteinfluss ist deutlich wahrzunehmen – Colorado Blue hat die notwendige Stamina, um einen Kurs wie Burghley fit zu beenden. Wunderschön ist er nicht, dafür hat dieses Pferd offensichtlich Geist und Härte. Auch hier ein stabiles Fundament, das der Belastung in diesem Sport angemessen ist.

Bling (SHBGB) v. Kannan – Bahamian Bounty xx – Zafonic xx (Züchterin: Yvonne Ferguson) unter Laura Collett (GB). Eine hübsche, kräftige Halbblutstute mit Substanz, die den notwendigen Saft für anstrengende 5*-Kurse mitbringt und wieder einmal das Vorurteil wiederlegt, Blutpferde wären schmal und dünnbeinig. Väterlicherseits über Kannan die Springgene des Hannoveraners Voltaire und über die Großmutter väterlicherseits das Springblut des Nimmerdor (KWPN), der wiederum väterlicherseits rein holsteinisch gezogen war und eine Halbblutstute zur Mutter hatte. Blings Muttervater Bahamian Bounty xx ist auch Vater des unter Viktoria Carlerbäck CCI4*S erfolgreichen Vollblüters Freckenham Ted. Rechnerisch führt Bling 68,55% Vollblut.

D’Accord FRH (Hann.) v. Diarado – Aarking xx – Walhall (Züchterin: Christa von Paepcke) und Christoph Wahler (D) war das Glück in diesem Jahr nicht hold. Die Kombination Diarado und Blut ist im Vielseitigkeitssport bewährt und beliebt und an Qualität mangelt es D’Accord nicht. Am Defender Dairy Mound (Sprung 9ABC) passte die Distanz über das C-Element nach etwas Unstimmigkeit zwischen Pferd und Reiter überhaupt nicht mehr. D’Accord aber mit schnellen Reflexen und dem „fünften Bein“ rettete sich noch gerade so über – oder vielleicht besser durch – den Sprung. Christoph Wahler störte dabei nicht, und so ging die Reise hier noch weiter. Wenige Sprünge trennten sich ihre Wege aber dann doch. D’Accord, der auch sonst ein schnelles Pferd ist, war an diesem Tag möglicherweise mit etwas zu viel Ehrgeiz unterwegs.

Cavalier Crystal (SHBGB) v. Jack of Diamonds – Cavalier Royale -Positively xx (Züchter: Thomas Horgan) unter Harry Meade (GB) belegte den dritten Platz. Ein gefälliges Pferd mit 60,16% Vollblutanteil rechnerisch. Über Jack of Diamonds (Schwedisches Warmblut), der väterlicherseits auf KWPN-Linien und im weiteren Verlauf auf den Trakehner Halbblüter Marco Polo v. Poet xx zurückgeht und mütterlicherseits aus einer Halbblüterin als Irish Sporthorse gezogen ist, kommt bereits reichlich Blut zum Spiel. Mütterlicherseits Irisch-Holsteinisch über Cavalier Royale (v. Cor de la Bryère) und die Halbblut-Großmutter Another Flight v. Positively xx kommt weiterer Blutanschluss. Im abschließenden Springen ist auf Cavalier Crystal meist Verlass – auch in diesem Jahr eine der wenigen Nullrunden.

Zaragoza v. Cevin Z – Saracen Hill xx – Unbekannt (Züchterin: Jane Young) unter Gaspard Maksud (FRA). Ein schönes, sichtbar hochblütiges Pferd mit der bewährten Anpaarung der Holsteiner Springgene mit einer Halbblutstute. In diesem Jahr ein siebter Platz und nur ein Abwurf im Springen.

Et Hop du Matz (SF) v. Nouma d’Auzay – Easy Star – I Love you (Züchter: Roger und Jocelyn Servette) unter Harry Meade (GBR). Wieder findet sich hier bei Nouma d‘Auzay klassisches Holsteiner Springblut über Carthago und Quidam de Revel, während mütterlicherseits sporterfolgreiches Selle-Francais-Blut mit reichlich Blutanschluss, wenn auch eher in den hinteren Generationen, zu finden ist. 

Billy Alberto (AES) v. Tangelo van de Zuuthoeve – Big Sink Hope xx – Cavalier Royale (Züchter: The Billy Stud) unter Samantha Lissington (NZ). Erneut die Kombination aus hochkarätigen Springgenen und Vollblut. Väterlicherseits über Narcos II die ihrerseits blutgeprägten Selle Francais-Gene, sowie über die väterliche Großmutter Laudanum xx und Holsteiner Gene des Ramiro Z, sowie Springvererber Gotthard. Mütterlicherseits dann eine gute Portion Vollblut über die Halbblüterin Cara Carenza, deren Großmutter mütterlicherseits wiederum den Holsteienr Cavalier Royale führt, der auch bei Cavalier Crystal und Annaghmore Valoner zu finden ist. Hier kommt der Blutanschluss über Cor de le Bryère. 63,48% Vollblutanteil.

Cooley Rosalent (ISH) v. Valent – Roselier xx – The Parson xx (Züchter: J.W. Rosbotham) unter Oliver Townend. Eine weitere schöne Halbblutstute, erneut ein Pedigree, das abgesicherte Springgene väterlicherseits mit Vollblut mütterlicherseits verbindet. Valent bringt väterlicherseits ein reines Selle Francais-Pedigree mit, während mütterlicherseits Hannoveraner und Holsteiner Springgene u.A. über Lord und Ahorn Z, Voltaire und der Vollblüter Courville xx auftauchen. Die Stute war in der CCI5* in Kentucky 2024 siegreich. In der Dressur häufig mit guten Ergebnissen und auch dieses Jahr in Burghley nach der Dressur mit 22,0 Punkten auf Rang 1, im Gelände kamen dafür einige Strafpunkte dazu, plus ein Abwurf im Springen. Rechnerisch stehen hier 73,44% Vollblutanteil zu Buche.

Ballyneety Rocketman (ISH) v. Diamond Discovery xx – Errigal Flight – Puissance (Züchter: James Hickey) unter Sam Watson. Die Kombination hier einmal anders herum: Ein Vollblutvater und eine ISH-Mutter mit Vollblutanschluss. 79,88% Vollblutanteil rechnerisch.

Ballynety Silver Service (ISH) v. Butlers Cravat – Great Palm xx – Strong Gale xx (Züchterin: Fiona Hickey) unter Holly Richardson (GB). Ein weiterer Halbblüter, hier wieder mit einer Vollblutmutter und irischen Genen väterlicherseits. Die beiden Ballyneety-Pferde sind zwei der wenigen Pferde ohne deutsche Springgenetik im Pedigree. Ein sehr guter Galoppierer, im Springen eher unvorsichtig, in Burghley mit 17,2 Strafpunkten im Springen. 82,23% Vollblutanteil rechnerisch.

Global Fision M (KWPN) v. Flipper d’Elle – Cantus – Pentathlon xx (Züchter: Veehandel Musterd) unter Lauren Innes. 62,70% rechnerischer Vollblutanteil. Ein ehrgeiziges Pferd mit einem sehr dünnen Nervenkostüm, was die Dressurprüfung für dieses Paar leider immer wieder schwierig macht. In diesem Jahr aber deutlich verbessert.

RCA Patron Saint (SHBGB) v. Grafenstolz, aus einer SHBGB-Stute, deren Abstammung unbekannt ist (Züchter: Richard Ames) unter Lucy Latta. Der rechnerische Blutanteil ist hier deshalb nicht beurteilbar.

Church’Ile (SF) v. Grafenstolz – Apache d’Adriers-Uranus de l’Ere (Züchter: Philippe Marx) unter Arthur Marx. Auf dem Papier nur 42,19% Vollblutanteil, im Phänotyp aber ein blütiges Pferd. Grafenstolz inzwischen ein bewährter Vererber im 5*-Bereich, dazu die Selle Francais-Gene mit einiger Vollblutverwandtschaft in den hinteren Generationen der mütterliche Großvater ingezogen auf Orange Peel xx.

Sixmilewater (AISH) v. Obos Quality – Buster King xx – Royal Persian xx unter Austin O’Connor (Züchter: Denis O’Riordan). Erneut Obos Quality, der in Irland beliebte Oldenburger v. Quick Star, aus einer Mutter mit Hannoveraner Abstammung, kombiniert mit einer ISH-Halbblutstute. 59,38% Vollblutanteil rechnerisch.

Nachfolgend noch einige Bemerkungen zu Pferden, zu denen ich kein Bildmaterial zur Verfügung habe. Im Übrigen habe ich einige Pferde, die die Prüfung nicht beendet haben, ausgelassen.

Hawk Eye (ISH) v. Beach Ball – Summer Holiday – unbekannt (Züchter: R J Smyth) unter Tom Jackson (GB). Über Beach Ball v. Obos Quality (v. Quick Star) deutsches/Selle Francais-Blut, im übrigen ISH-Blut, das über Clover Hill Vollblutanteile mitbringt, ebenso wie die Mutter mit unbekannter Abstammung in Irland höchstwahrscheinlich Vollblutanteile mitbringt.

Treworra (SHBGB) v. Jaguar Mail – Tower of Magic xx – Puissance (Züchter: Vin Jones) unter Katie Magee (GB). Der berühmte Jaguar Mail v. Hand in Glove xx – Laudanum xx, eine feste Größe in den Pedigrees internationaler Vielseitigkeitspferde. Mütterlicherseits eine Halbblutstute in der bewährten Kombination ISH-Vollblut. 79,69% Vollblutanteil rechnerisch.

Public Address xx v. Milan xx – Robellino xx – Ela-Mana-Mou xx unter Tom Strawson. Das Pferd ein ehemaliges Hindernisrennpferd, der Reiter ein ehemaliger Point-to-Point Jockey. Wer in Burghley auf einem Vollblüter sitzt, hat bereits einiges richtig gemacht. Ein eindrucksvolles Beispiel eines Vollblüters, der es im Vielseitigkeitssport bis ganz nach oben geschafft hat und dabei eine gute Figur macht.

Annaghmore Valoner (ISH) v. Coroner xx – Black Walter – Santa’s Sleigh xx  unter Harry Meade (GBR) (Züchterin: Sinead Healion). Verwandt mit Harry Meade’s Crystal Cavalier über Black Walter (v. Cavalier Royale (Holsteiner)). Rechnerisch 74,80% Vollblutanteil, die auf der Geländestrecke deutlich sichtbar werden. Ein vierter Platz in diesem Jahr mit nur wenigen Zeitfehlern und einem Abwurf im Springen. Wieder sind es Holsteiner Springgene gepaart mit Vollblut, das hier, wie in so vielen Fällen, über irische Halbblüter zugeführt wird.

High Time (KWPN) v. Hemmingway-Monte Carlo-Demonstrator (Züchterin: Annie Allen) unter Caroline Powell (NZ). Dieses Pferd ist bluttechnisch ein Ausreißer mit einem rechnerisch nur geringen Vollblutanteil von 39,45% und ohne Vollblutvorfahren in direkter Nähe. Väterlicherseits kommt erst vier Generationen weiter das Blut des Ladykiller xx über Landgraf I und noch etwas weiter weg über Ramiro Z und Martell ein wenig Vollblut ins Spiel. Holsteiner Springblut väterlicherseits und mütterlicherseits überwiegend Hannoveraner Blut mit etwas KWPN-Einfluss. 

Icarus (KWPN) v. Tangelo van de Zuuthoeve – Lucky Boy – Fedor (Züchter: Harrie ten Doeschate) unter Emma Thomas (GB). 51,17% Vollblutanteil rechnerisch. Über Tangelo v.d. Zuuthoeve der Vollblüter Laudanum xx, mütterlicherseits erneut Holsteiner Springgene.

PSH Encore (AES) v. PSH Overture – Johnson – Sandro Hit (Züchter: Power Sport Horses) unter Aimee Penny. Ein für den 5*-Bereich ungewöhnlich gezogenes Pferd mit KWPN-Dressurgenen über PSH Overture v. Rhodium (v. Ferro) – Lancet (Hann.) und mütterlicherseits Johnson und Sandro Hit. Demnach auch nur 37,50% rechnerischer Vollblutanteil. Die Linie des Sandro Hit bringt aufgrund der dort angelegten Springgene auch gelegentlich gute Springpferde hervor, über den Hannoveraner Lancet das Blut des Wenzel I und Shogun xx – auch hier ist möglicherweise die Anlage für eine Doppelveranlagung zu finden. Auffällig jedoch bei den blutleereren Pferden wie PSH Encore und Jeweetwel (s.u.), dass die Pferde sich mit dem hügeligen Gelände merklich schwerer taten.

Jeweetwel (KWPN) v. Dexter R – Special D – Amthist (Züchter: J. van Brenk) unter Emma Hyslop-Webb (GB). Mit rechnerischen 38,48% Vollblutanteil eines der weniger blütig gezogenen Pferde im Feld, was sich, wie auch bei z.B. PSH Encore gerade auf der anstrengenden Strecke in Burghley bemerkbar machte.

Deerpairc Revelry (ISH) v. Hermes de Reve – Cento – Louella Inschallah III (Züchter: Dara O’Malley) unter Max Warburton. Väterlicherseits das bewährte Selle Francais-Blut, mütterlicherseits sind es wieder die Holsteiner Springgene und Vollblut über Bossa Nova v. Northern Park xx – Runnett xx.


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